Einheitliches Handy-Ladegerät soll 2011 kommen
30.07.2010 15:45
Für jedes neue Handy ein neues Ladegerät - damit soll bald Schluss
sein. Die EU-Kommission verspricht für 2011 ein Ende des Wirrwarrs.
Dann soll ein einheitlicher Ladekabel-Stecker mit USB-Anschluss für
alle kommen. Das Datum ist allerdings ein Jahr später als geplant.
Brüssel (dpa) - Spätestens Anfang 2011 soll ein einheitliches
Ladegerät für Mobiltelefone auf den Markt kommen. Der Plan von EU-
Kommission und Industrie wird dann umgesetzt - ein Jahr später als
ursprünglich geplant. «Das neue Kabel wird das Leben vieler
Verbraucher einfacher machen», sagte ein Kommissionssprecher am
Freitag in Brüssel und bestätigte einen entsprechenden Bericht der
Tageszeitung «Die Welt».
Das universelle Ladegerät wird einen speziellen USB-Stecker habe
n,
der in sämtliche neue Mobiltelefone passt. Dieser Stecker passt auch
auf Computer, um Fotos, Daten und Musik herunterzuladen. Unter den
beteiligten Firmen sind laut EU Nokia, Apple, LG, Motorola, Samsung
und Sony Ericsson. Über den Preis ist bisher noch nichts bekannt.
Verbraucher brauchen sich dann nicht mehr mit unterschiedlichen
Ladegeräten für Mobiltelefone herumzuschlagen. Herkömmliche Handys
ohne USB-Datenübertragung können das neue Ladegerät dagegen nicht
nutzen. «Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Mobiltelefone
von 2011 an datenfähig sein werden», sagte der Sprecher.
Führende Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter hatten sich
bereits im Februar vergangenen Jahres auf die Einführung eines
universellen Ladegeräts verständigt und dies auf einer Fachmesse in
Barcelona mitgeteilt. Die EU-Kommission hatte den Herstellern mit
einer Regulierung gedroht, falls diese sich nicht auf einen
einheitlichen Netzteil-Standard einigen sollten. Im Juni 2009
unterzeichneten die Firmen dann eine entsprechende Absichtserklärung
mit der EU.
Das neue Ladegerät soll auch die Umwelt schonen. Mehr als 50 000
Tonnen Elektromüll werden laut EU-Kommission pro Jahr vermieden, weil
mit jedem neuen Handy nicht gleich ein Ladegerät ausgeliefert werden
muss. Die beteiligten Firmen repräsentieren nach Angaben der Behörde
mehr als 90 Prozent des Mobilfunkmarktes in Europa.
# dpa-Notizblock
## Internet
- [Informationen der EU-Kommission (in
Englisch)](http://dpaq.de/3rpSj)
## Orte
- [EU-Kommission](Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, Belgien)
