) EU bereitet nach Trumps Zollankündigung Gegenmaßnahmen vor
03.04.2025 08:02
Teurere Lebensmittel und Probleme für Unternehmen:
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet mit immensen Folgen
der Zollentscheidung der USA. Sie bereitet nun die Reaktion Europas
vor.
Samarkand (dpa) - Die EU bereitet nach der Zollankündigung von
US-Präsident Donald Trump Gegenmaßnahmen vor, will aber
gesprächsbereit bleiben. «Wir finalisieren bereits das erste
Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun
weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu
schützen, falls die Verhandlungen scheitern», sagte
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eines
Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer
Staaten in Usbekistan. Man werde auch genau beobachten, welche
indirekten Auswirkungen die Zölle haben könnten. Die EU könne keine
globale Überkapazität auffangen und auch kein Dumping auf seinen
Märkten akzeptieren.
Zugleich betonte die deutsche Spitzenpolitikerin, es sei noch nicht
zu spät für Verhandlungen und appellierte an die US-Seite, sich auf
Gespräche einzulassen. Ziel müsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen
und nicht, sie zu erhöhen.
Von der Leyen erwartet höhere Lebensmittelpreise
Zu den Entscheidungen Trumps sagt von der Leyen, die Universalzölle
gegen die ganze Welt seien ein schwerer Schlag für die
Weltwirtschaft, und es seien immense Folgen zu erwarten. «Millionen
von Menschen werden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert
sein. Medikamente werden teurer, ebenso der Transport. Die Inflation
wird ansteigen. Und dies schadet vor allem den wirtschaftlich
schwächsten Bürgern», erklärte sie.
Zudem würden auch große wie kleine Unternehmen vom ersten Tag an
unter dieser Entscheidung leiden - unter anderem durch größere
Unsicherheit, unterbrochene Lieferketten und aufwendige Bürokratie.
Hinzu komme, dass es in dieser Unordnung, keine Ordnung zu geben
scheine, sagte von der Leyen. «Es gibt keinen klaren Weg durch die
Komplexität und das Chaos, das geschaffen wird, da alle
Handelspartner der Vereinigten Staaten betroffen sind.»
Die Bürgerinnen und Bürgern in der EU rief sie dennoch auf, nicht die
Zuversicht zu verlieren. Sie wisse, dass viele Menschen von dem
ältesten Verbündeten enttäuscht seien, sagte sie. Europa habe aber
alles, was es brauche, um diesen Sturm zu überstehen. Man werde
zusammenhalten und sich füreinander einsetzen. Mit dem besonders von
den Zöllen betroffenen Automobil- und Pharmasektor kündigte sie
schnelle Gespräche über mögliche Unterstützung an.